In Arbeit: Müritz - Zahlen und Fakten

Die Müritz liegt im Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte.
Sie ist Norddeutschlands größter Binnensee, der größte von Deutschland ist der Bodensee, auch wenn er nicht komplett zu Deutschland gehört.

Die Nord-Süd-Ausdehnung der Müritz beträgt etwa 20 km, in Ost-West-Richtung sind es etwa 12 km. Aber das ist schwierig zu messen, da der See aufgrund seiner Form praktisch nur ein Ost- und ein Westufer hat.
Die Fläche beträgt ca. 117 km2.

Die Müritz ist im Durchschnitt nur 6 m tief, an ihrer tiefsten Stelle sind es 33 m. Das Ostufer hat teilweise bis auf einen halben Kilometer in die Müritz nur eine Tiefe von unter einem Meter.

Die Flüsse Peene, genauer gesagt die Ostpeene und die Havel haben in der Müritzregion ihr Quellgebiet.


Die Müritz gehört zur Mecklenburgischen Großseenplatte. Zu den weiteren Großseen zählen die sich nordwestlich anschließenden Seen Kölpinsee, Fleesensee, Plauer See und Drewitzer See.

Südöstlich an die Müritz schließt sich die Mecklenburgische Kleinseenplatte an mit den Rheinsberger, Neustrelitzer und Lychener Gewässern.

Die großen Seen haben alle den gleichen Wasserstand und sind schleusenlos miteinander verbunden
von hinter dem Plauer See:
  • bis zur Schleuse Mirow - via Mirow-Lärz-Kanal bzw.
  • bis zur Bolter Mühle - via Bolter Kanal

Sie haben eine Wasserspeicherkapazität von 1200 m3. Der mittleren Wasserstand ist über die letzten 25 Jahre relativ konstant bei etwa 62,10 m.
 

Die Müritz hat keine wesentlichen Zuflüsse. Sie wird hauptsächlich durch Niederschlag und einen kleinen Zufluss aus dem Elde-Quellgebiet gespeist.
Aber die Müritz hat zwei wesentliche Abläufe.

Der Abfluss der Müritz wird heute noch über den Bolter Kanal an der Bolter Mühle reguliert, von dem das Wasser über die Kleinseen Richtung Mirow, Fürstenberg, Zehdenick, Voßkanal und die Havel ebenfalls zur Elbe fließt.

In Arbeit: Müritz - Wasserstände

Die mittleren Wasserpegel der Müritz sind über die letzten 25 Jahre konstant bei knapp 2 m. Sie schwanken jahreszeitlich bedingt um 50 bis 70 cm. Mit einem Pegelnullpunkt von 60,16 Meter liegt der mittlere Wasserstand der Müritz also bei 62,10 m .
Der Wasserstand des Caarp- und Woterfitzsees, also zur Havel hin, liegt ohne Regelung bei 59,05 m (ablesbar am Unterpegel der Schleuse in Mirow).

    Für die Pegelstände ist folgendes zu beachten:

    Der Gesamt-Wasserstand setzt sich zusammen aus:
    - der Höhe des Pegl-Nullpunkts,
      angegeben in Meter über NHN (NormalHöhenNull) oder auch noch NN (NormalNull)
    - dem Wasserstand am Pegel,
      angegeben in Zentimeter, relativ zum Pegel-Nullpunkt

    Pegelnullpunkt liegt bei 60,16 Meter.
    Pegelhöhe liegt derzeit bei 216  schwankt zwischen 1,60 und 225 cm
    liegt im Mittel bei 200 cm (Zehn-Jahreszeitraum)

    Höhe über Meeresspiegel (Amsterdamer Pegel)
    Angabe
    - NormalHöhenNull (NHN) Normalhöhe (exakter)
    - NormalNull (NN)       orthometrisch

Die mittlere Wasserstände der Oberseen, also der Müritz und somit auch an der Bolter Mühle liegt bei knapp über 62,10 m .
Der Wasserstand des Caarp- und Woterfitzsees, also zur Havel hin, liegt ohne Regelung bei 59,05 m (ablesbar am Unterpegel der Schleuse in Mirow).
Das ergibt eine theoretisch nutzbare Fallhöhe von über 3 m.
Die Wasserstände zur Havel hin werden hier an der Bolter Mühle bzw. am Bolter Kanal durch Überlaufwehre gesteuert.

Die Gesamtablaufmenge der Müritz und der zugeordneten Seen beträgt im Mittel 15 m3/sec. Der Ablauf über den Bolter Kanal zur Havel ist auf maximal 1 m3/s festgelegt Das entspricht in etwa den historischen Grenzwerten aus den Verträgen der Länder von 1798 (von 0,93 m3/s).

Entwicklung der Wasserstände


  • Der ursprüngliche Wasserspiegel der Müritz, der Wasserspiegel aus dem Früh- und Mittelholozän im 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr, lag bei ca 60,5 m über NN, d.h um 1,5 Meter niedriger als heute.
    Daran änderte sich bis ins 12. Jahrhundert wenig.
  • Mit der Erweiterung des Römischen Reichs, der Ostkolonisation Mecklenburgs, den Wendenkreuzzug von 1147 unter Führung Heinrich des Löwen kamen viele technische Neuerungen nach Mecklenburg, so auch der Mühlenbau.
  • Überall, wo ausreichend Gefälle vorhanden war, wurden Wassermühlen gebaut. Jeder Müller hielt so viel Wasser, wie möglich zurück, um im Sommer, in trockenzeiten arbeitsfähig zu sein.
  • Durch die vielen Mühlen, die ab dem 13 Jahrhundert um die Müritz entstanden, stiegen die Wasserstände sprunghaft an.
    Große Waldrodungen zum Bau von Städten und Dörfern trugen ebenfalls zum Wasseranstieg bei.
  • Bis 1330 stieg der Wasserspiegel der Müritz um 2,50 m auf 63 m über NN.
    Der Mühlenbetrieb überschwemmte in kurzer Zeit alle wassernahen landwirtschaftlich genutzten Böden. Die Äcker blieben dauerhaft überschwemmt und unnutzbar.
    Jahrhunderte lange Streitereien zwischen Müllern und Gutswirtschaften waren die Folge
  • 1737 erreichte die Müritz den Höchstwasserstand von 64,35 m ü.NN.
  • 1755 wurde ein landesgesetzlicher Erbvergleich geschlossen, der für Abhilfe sorgen sollte. Dieser wurde aber nicht umgesetzt.
    Eigenen Entwässerungen durch die Bauern und Gutswirtschaften brachten ebenfalls keine dauerhaften Erfolge.
  • Mit der Regulierung und Schiffbarmachung der Elde von 1798 bis 1803 wurde Abhilfe geschaffen.
    Die Müritz wurde um 1,20 m abgesenkt auf 61,8 m ü.NN.
  • Mit dem Bau des Bolter Kanals zur Schiffbarmachung der Havel von 1831 bis 1835 wurde die Müritz ein zweites Mal abgesenkt, diesmal um 0,6m auf 61,2 m ü.NN.
    Diese Absenkung führte dazu, dass vormals bewaldete Inseln, wie der Große Schwerin, zu Halbinseln wurden, da durch die Absenkung Landbrücken entstanden.
  • Durch wasserbauliche Maßnahmen der Wasser- und Schiffbauämter wird der Wasserstand heute bei 62 m ü.NN gehalten. Die Müritz hat seit mindestens 25 Jahren einen mittleren Wasserspiegel von 62,1 m ü.NN.

In Arbeit: Wasserkraft

Wasserschaurad Bolter Mühle

  • 2011 Antrag auf Wasserrechtliche Erlaubnis im Zuge Wiederaufbau Bolter Mühle
  • 2012 Erteilung der Wasserrechte
  • 2014 Abtretung der Wasserrechte an die Gemeinde Rechlin
  • 2015 Einweihung Wasserschaurad der Gemeinde
Die aktuell erlaubte Entnahmemenge für den Betrieb des Mühlenrads an der Bolter Mühle ist mit der wasserrechtlichen Erlaubnis von 2012 auf maximal 100 l/sec beschränkt. D.h. das ist ein Zehntel des insgesamt in Richtung Havel fließenden Wassers.
Die Fischer haben wohl 270 l/sec.
 

Begrenzung der Fallhöhe

Durch das Einlaufbauwerk mit dem Wasserrohr unter der Straße ist der Wasserstand vor dem Wasserrad auf einen Pegel von 60,5 m herabgesetzt, also um 1,6 m geringer als der Müritz-Wasserstand. Dafür gibt es sicher bauliche Gründe bei der Straßendurchörterung.
Mit der derzeitigen Zulauf-Konstruktion verbleibt eine Fallhöhe von ca. 1 Meter, von vormals. 2,8 Meter.
Damit ist die theoretisch mögliche Leistung bedauerlicheweise um ca. 60 % herabgesetzt worden.

Weitere Daten

  • Wasserrad: Zuppinger Niedergefällrad, unterschlächtig, historischer Nachbau des Wasserrads der Mahlmühle von VOR dem Umbau von 1891
  • Begrenzung des Abflusses statisch durch Einlaufbauwerk an gegenüberliegender Straßenseite: Höhe des Rohres
    Nicht geregelt nach Menge, sondern nach Müritz-Wasserstand.
  • Wasserrad hat einen Durchmesser von 4,20 m und eine Breite von 1,20 m. Das ursprüngliche Wasserrad hatte einen Durchmesser von über 5 Metern.
  • Zweckbindungszeitraum 25 Jahre, Stillstand 2022 bis 2025 aufgrund von Lagerschaden

Berechnung der elektrischen Leistung: grob


 P =  Durchfluss  x  Dichte    x  Fallhöhe   x  Erdbeschleunigung  x  Wirkungsgrad
   =  Q           x  p         x  h          x  g                  x  n

   - Dichte des Wassers (p): 1    g/ml
   - Erdbeschleunigung (g):  9,81 m/s2
   - Durchfluss (Q)
   - Fallhöhe (h)
   - Wirgungsgrad (n):       n1 (mech. Zupp. Wasserrad)  x  n2 (Übersetzung zu Generatorwelle)  x n3 (Generator):
                             0,85                        x  0,92                                x 0,9              = 0,7
   - Leistungsumrechnung:    1 Nm/s = 1 W;   1kW = 1,34 PS

Projekt von Prof. Freise

Prof.Dr.-Ing. E. h. Werner Freise, verstorben am 19.05.2015 (https://eit.rptu.de/freise)
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau, Elektrotechnik und Informationstechnik

Wir denken sehr gern an Herrn Prof. Freise. Er beschäftigte sich intensiv mit der energetischen Nutzung der Wasserkraft an der Bolter Mühle. Die Vorstellungen wurden nicht realisiert.
Für eine künftige Nutzung können sie als Ausgangsbasis von Interesse sein. Daher stellen wir die vorhandenen Dokumente hier zur Verfügung:
Dokument 1,   Dokument 2,   Dokument 3,   Dokument 4,   Dokument 5,   Skizze

Gegenüberstellung

Wasserrad von vor 1799:  35-facher Durchfluss und drei-fache Fallhöhe
  P = Q           x  p            x  h      x  g           x  n
  P = 3,5 m3/s    x  1000 kg/m3   x  3m     x  9,81 m/s2   x  0,7
    = 72.103,5 W =  72,1035 kW = 96,6 PS 

Wasserrad nach 1891: 10-facher Durchfluss und 2,8 m Fallhöhehe
  P = Q           x  p            x  h      x  g           x  n
  P = 1 m3/s      x   1000 kg/m3  x  2,8m   x 9,81 m/s2    x  0,7
    = 19.227,6 W =   19,23 kW = 25,77 PS 

Konzept von Prof. Freise von 2011:


Wasserrad derzeit:
  P = Q           x  p            x  h      x  g           x  n
  P = 0,1 m3/s    x  1000 kg/m3   x  1 m    x  9,81 m/s2   x  0,7
    = 687,7 kg m/s2 m/s = 687,7 Nm/s = 687,7
    =  W = 0,688 kW = 0,92 PS 
  ungenutzt

Zukunft

  • SMR, Thorium
  • Kriegspolitik aufgeben, Zusammenarbeit mit Russland
  • Konzept von Prof. Werner Freise

Wasserstände

Die Wasserspiegel der Müritz - ein Auf und Ab

Müritz Temperatur & Pegel


Details

Wasser-Wandern

Große Wasser- und Geländekarte der Region Süd-Ost-Mecklenburg - Müritz-Nationalpark